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Wann dürfen Welpen nach draußen? Fünf deutsche Quellen, kein Datum

Zuletzt überprüft: 2026-08-03 · Nur zur allgemeinen Information.

Illustration: Eine Besitzerin geht abends mit ihrem Hund an der Leine über einen beleuchteten Parkweg

Die Frage, ab wann ein Welpe nach draußen darf, beschäftigt viele neue Hundehalter vom ersten Tag an. Wer nach einer klaren Regel sucht, hofft meist auf eine offizielle Vorgabe, die Sicherheit in der sensiblen Anfangszeit bietet. Wir haben für diesen Artikel genau fünf Seiten im Detail geprüft: zwei Ratgeberseiten des Verbandes für das Deutsche Hundewesen (VDH), einen Artikel einer privaten Hundeschule in München, eine Themenseite des Statistischen Bundesamtes (Destatis) und einen Paragrafen der Tierschutz-Hundeverordnung. Keine dieser untersuchten Quellen nennt einen Termin oder ein festgelegtes Alter für den ersten Ausflug auf die Straße. Die Texte äußern sich stattdessen zu angrenzenden Themen: Der VDH listet einen medizinischen Impfplan auf und gibt Rhythmen für die Stubenreinheit vor. Die private Hundeschule rät zur frühen Sozialisierung, allerdings in tierärztlich geführten Welpengruppen. Destatis liefert Wohnstatistiken, und die Verordnung regelt das Mindestalter bei der Trennung vom Muttertier. Keine der untersuchten Seiten erteilt eine pauschale Freigabe für Spaziergänge. Wir verweisen dich für diese Frage deshalb an deine Tierarztpraxis – das ist die Empfehlung dieser Seite, nicht die Vorgabe einer der fünf Quellen.

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Die kurze Antwort

Wer als frischer Welpenbesitzer nach einer offiziellen Regel sucht, ab wann der kleine Hund das Haus verlassen und die Welt erkunden darf, wird bei den hier herangezogenen Quellen nicht fündig werden. Von den geprüften Seiten äußert sich keine einzige zu einem Zeitpunkt für den Start ins Freie. Wer ein Datum, eine feste Altersgrenze oder einen Leitfaden für den ersten Gang auf öffentliche Wege erwartet, findet auf diesen fünf Seiten nichts davon. Das ist die eigentliche Antwort dieses Artikels, und der Rest erklärt, was dort stattdessen steht.

Die Ratgeberseite des VDH zur Stubenreinheit schweigt zu diesem Thema. Die Zeichenfolgen „Impf“, „geimpft“ und „Tierarzt“ kommen auf der untersuchten Seite zur Stubenreinheit überhaupt nicht vor. Der VDH macht die Impfung hier an keiner Stelle zur Bedingung für das Rausgehen. Er erwähnt sie nicht. Das ist weder als Verbot noch als Erlaubnis zu werten, sondern als reines Schweigen der Quelle. Wer den Text liest, erfährt viel über Rhythmen in der Wohnung, aber nichts darüber, ab welchem Tag der Hund vor die Tür in den öffentlichen Raum darf. Die Autoren der Seite fokussieren sich auf die Abläufe der Stubenreinheit, ohne einen Zeitpunkt für den Wechsel auf die Straße zu nennen. [src]

Auch auf der Ratgeberseite zu den Impfungen des VDH gibt es keine Angaben zum Rausgehen. Die Begriffe „draußen“, „Spaziergang“ oder „Sozialisierung“ erzielen im Text dieses Impfplans null Treffer. Der Verband verbindet seinen medizinischen Plan mit keiner Aussage darüber, ab wann die Teilnahme am öffentlichen Leben möglich ist. Er listet rein medizinische Termine auf, ohne Verhaltensregeln für den Alltag anzufügen. Keine der hier geprüften Stellen auf den VDH-Seiten nutzt den Impfplan, um eine Vorgabe für das Rausgehen zu formulieren. [src]

Die einzige Stimme in den von uns überprüften Texten, die aktiv dazu aufruft, nicht zu warten, stammt von einer privaten Hundeschule aus München. Was sie dafür benennt, ist allerdings nicht der Bürgersteig, sondern der Besuch einer „seriösen, tierärztlich geführten Welpengruppe mit Impfpflicht und Hygienekonzept“. Das ist ein anderer Rahmen als der Gehweg vor der Haustür. Ob sie den Gehweg damit ausschließen will, sagt der zitierte Text nicht. [src]

Aus dieser Quellenlage folgt eine klare Richtung für dich als Halter: Da keine der fünf untersuchten Seiten eine pauschale, institutionelle Freigabe erteilt, auf die du dich berufen kannst, gehört die Frage nach dem ersten Ausflug dorthin, wo auch die medizinische Verantwortung für dein Tier liegt: zu deinem Tierarzt. Die Praxis kennt deinen Welpen, seinen Impfstatus und die Lage vor Ort – all das steht in keinem allgemeinen Text.

Darf der Welpe in den eigenen Garten?

Viele Hundehalter hoffen, dass ein eigener Garten die komplexe Frage des Rausgehens vereinfacht. Der naheliegende Gedanke ist, dass das private, eingezäunte Grundstück sicherer sei als der öffentliche Gehweg, auf dem unzählige fremde Hunde ihre Spuren hinterlassen. Doch wie viele Halter in Deutschland vor dieser Entscheidung stehen, lässt sich aus der hier geprüften Statistik nicht exakt ableiten.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) gibt in den Zahlen für das Jahr 2022 eine allgemeine Eigentumsquote von 41,9 Prozent an. Auch wenn im Jahr 2022 die Wohnfläche je Wohnung im Durchschnitt 96 Quadratmeter und die Wohnfläche je Person 55,7 Quadratmeter betrug, beantworten diese Zahlen die Gartenfrage nicht. Der Fachbegriff „Eigentumsquote“ misst das Wohneigentum, also ob jemandem die bewohnte Immobilie gehört. Aus der Tatsache, dass 41,9 Prozent der Menschen im Eigentum leben, folgt nicht, dass 41,9 Prozent über einen Garten verfügen. Zu einer Mietwohnung im Erdgeschoss kann ein Garten gehören, zu einer Eigentumswohnung im dritten Stock nicht. Destatis erhebt an dieser Stelle keine Zahlen zu Gärten. Die Frage, wie verbreitet diese Wohnform ist, bleibt in dieser Statistik unbeantwortet. [src]

Selbst wenn du zu den Haltern gehörst, die einen eigenen Garten besitzen, bleibt in der Informationslage der geprüften Texte eine Lücke bestehen. In den hier zitierten Quellen steht nichts darüber, ob das Lösen im eigenen Garten vor dem Abschluss der Grundimmunisierung sicherer, erlaubt oder empfehlenswert ist. Das Thema Hausgarten taucht als gesonderter Bereich nicht auf. Ob der Rasen hinter dem Haus eine Ausnahme darstellt, dazu schweigen alle fünf herangezogenen Dokumente.

Es ist wichtig, diese Informationslücke als das zu akzeptieren, was sie ist. Aus dem bloßen Fehlen von Aussagen in den zitierten Quellen lässt sich weder ein Ja noch ein Nein für die Gartennutzung ableiten. Ob dein Welpe den heimischen Garten gefahrlos nutzen darf, beantwortet keiner der hier geprüften Texte, und keiner von ihnen deckt eine eigene Einschätzung ab. Was hier offenbleibt, ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Einschätzung des Infektionsrisikos bei dir vor Ort, und die leistet weder diese Seite noch ein allgemeiner Ratgebertext. Frag danach in deiner Tierarztpraxis, bevor du deinem Welpen den Garten überlässt.

Wenn nur die Straße bleibt

Wer in einer Etagenwohnung ohne Zugang zu einem privaten Grundstück lebt, muss mit dem Welpen für die Notdurft unweigerlich den öffentlichen Raum nutzen. Das bedeutet ab dem ersten Tag Kontakt mit einer Umgebung, in der auch andere, unbekannte Hunde verkehren. Zu dieser Alltagslage sagt keiner der fünf Texte etwas Direktes. Am nächsten kommt ihr eine Stellungnahme, die von einer privaten Einrichtung stammt und nicht von einer Behörde.

Dr. Astrid Schubert, die Autorin eines Artikels einer privaten Hundeschule in München, positioniert sich beim Thema Sozialisierung deutlich. Ihr wörtlicher Rat in dem untersuchten Text lautet: „Warte nicht, bis dein Welpe vollständig durchgeimpft ist, bevor du mit der Sozialisierung beginnst.“ Wo diese Sozialisierung stattfinden soll, benennt derselbe Artikel: eine tierärztlich geführte Welpengruppe mit Impfpflicht und Hygienekonzept. Ob damit auch der Gehweg vor der Haustür gemeint ist, sagt der zitierte Text nicht – genannt wird die Gruppe. [src]

Diese Aussage muss genau eingeordnet werden. Sie stammt nicht von einer staatlichen Behörde oder einem übergeordneten Verband, sondern ist die fachliche Einschätzung einer privaten Hundeschule. Zudem ruft die Autorin in den uns vorliegenden Zitaten nicht dazu auf, den Welpen ungeschützt auf die Straße zu setzen. Wofür sie eintritt, ist beides zugleich – impfen und parallel sozialisieren –, und zwar in der bereits genannten „seriösen, tierärztlich geführten Welpengruppe mit Impfpflicht und Hygienekonzept“. Eine solche Gruppe ist etwas anderes als der Gehweg vor der Haustür. [src]

Um ihre Position zur frühen Sozialisierung in einer solchen Welpengruppe zu untermauern, verweist die private Schule in ihrem Artikel auf eine externe wissenschaftliche Untersuchung. Es handelt sich um eine Studie von Stepita, Bain und Kass, die 2013 im Journal of the American Animal Hospital Association (JAAHA) veröffentlicht wurde. Laut dem Verweis der Hundeschule trat unter den 279 untersuchten Welpen in dieser Studie kein einziger Fall von Parvovirose auf. Wir haben diese Studie nicht selbst im Original eingesehen. Wiedergegeben ist hier der Verweis der Hundeschule, nicht die Arbeit selbst. [src]

In der Praxis stehen viele Halter vor dem Problem der ersten Schritte auf der Straße. Es ist eine verbreitete Herangehensweise, dass Besitzer ihre Welpen für kurze Strecken oder die Treppen hinunter tragen, um den direkten Kontakt mit potenziell verunreinigtem Boden zu vermeiden. In den untersuchten Texten wird dieses Tragen nicht angesprochen. Ob das Tragen auf der Straße für deinen Welpen eine medizinisch sinnvolle Lösung darstellt, ist somit ebenfalls eine Frage für die tierärztliche Sprechstunde.

Wie der Impfplan funktioniert

Die Sorge vor dem Rausgehen dreht sich im Kern fast immer um den Impfstatus des jungen Hundes. Um diesen Status richtig einschätzen zu können, hilft ein Blick auf die zwei in diesem Artikel geprüften normativen und medizinischen Texte: den entsprechenden Paragrafen der Tierschutz-Hundeverordnung und den VDH-Impfplan nach StIKo Vet. Beide Dokumente strukturieren den Start in das Hundeleben in Deutschland, ohne jedoch einen Gassi-Plan zu liefern.

Die rechtliche Basis für die erste Phase im Leben liefert die Tierschutz-Hundeverordnung. In § 2 Absatz 4 Satz 1 regelt die Norm die Trennung vom Muttertier. Dort heißt es wörtlich: „Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden.“ Diese Formulierung „über acht Wochen“ ist strenger als ein bloßes „nicht vor acht Wochen“ – der Gesetzgeber zieht hier eine präzise zeitliche Grenze. Satz 2 enthält eine Ausnahme von dieser Regel, die jedoch eine tierärztliche Bescheinigung erfordert. Wichtig ist bei dieser Rechtsnorm jedoch die Begrenzung: Die Verordnung regelt an dieser Stelle die Trennung vom Muttertier. Über den Tag der Übergabe an den Käufer sagt dieser Paragraf nichts. Ein Welpe kann vom Muttertier getrennt sein, aber noch Wochen beim Züchter verbringen. Die Norm legt somit keinen Zeitpunkt fest, wann der Welpe beim neuen Halter einzieht. [src]

Für den Aufbau des Immunschutzes veröffentlicht der VDH den Impfplan nach StIKo Vet. Dieser Plan umfasst exakt vier Termine. In der 8. Lebenswoche stehen die Impfungen gegen Parvovirose, Staupe und Leptospirose an. Ein weiterer Termin folgt in der 12. Lebenswoche. In der 16. Lebenswoche listet der Verband erneut Parvovirose und Staupe auf. Der vierte und letzte Termin dieses Plans findet im 15. Lebensmonat statt. Diese Liste ist eine medizinische Aufstellung und enthält die Erreger und die Zeitpunkte der Impfung. Ein Zeitpunkt fürs Rausgehen kommt darin nicht vor. [src]

Betrachtet man diese beiden Angaben – die 8. Lebenswoche für die erste Impfung beim VDH und das Alter von über acht Wochen für die Trennung vom Muttertier in der Verordnung –, fällt ein zeitliches Zusammentreffen auf. Beide Ereignisse liegen kalendarisch nah beieinander und markieren den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Aus dieser zeitlichen Nähe lässt sich jedoch kein Ankunftsdatum beim neuen Halter konstruieren, da die Verordnung die Übergabe nicht regelt. Und erst recht folgt daraus kein Termin für das erste Rausgehen auf die Straße. In den Dokumenten werden diese Termine nicht mit Spaziergängen verknüpft.

Ebenso wichtig ist der Blick auf den Termin in der 16. Lebenswoche. Er markiert den letzten Impftermin im Welpenalter dieses VDH-Plans, bevor der nächste und letzte Termin erst im 15. Lebensmonat ansteht. Wer aus der Abfolge dieser vier Termine ableitet, dass der Welpe nach der 16. Lebenswoche uneingeschränkt raus dürfe, zieht diesen Schluss für sich selbst – der VDH hat ihn auf seiner Seite nicht gezogen. Der VDH nennt hier Impftermine, keinen Zeitpunkt fürs Rausgehen. Diese Seite verbindet den Impfplan mit keiner Aussage über das Rausgehen. Das ist kein Versäumnis der Quelle, sondern verdeutlicht: Der Impfplan ist ein Impfplan, kein Gassi-Ratgeber.

Der Preis des Wartens

Die ersten Wochen und Monate im Leben eines Hundes gelten als sensible Phase, in der er sich an Umweltreize, andere Tiere und Menschen gewöhnt. Wer seinen Welpen aus Angst vor Infektionen in der Wohnung hält, bis der Welpe vollständig durchgeimpft ist, zahlt dafür möglicherweise einen Preis in der Verhaltensentwicklung des Tieres. Ob und wie sich dies auswirkt, ist ein viel diskutiertes Thema in der Hundehaltung.

Dass dieses Warten einen Preis in Form von verpasster Prägung fordert, wird in den geprüften Texten nur von der genannten privaten Hundeschule aus München thematisiert. Die Autorin des Artikels plädiert dafür, den Beginn der Sozialisierung auf die achte, spätestens neunte Lebenswoche zu legen – gemeint ist der Rahmen, den sie benennt: die tierärztlich geführte Welpengruppe. Über die Straße sagt der zitierte Text nichts. Dies ist eine Handlungsanweisung innerhalb des Textes der privaten Einrichtung. [src]

Es ist erforderlich, das Gewicht dieser einzelnen Aussage richtig einzuordnen. Es spricht hier keine Behörde, sondern eine private Schule. Kein anderer der zitierten Texte widerspricht ihr zwar, aber es sagt eben auch keiner dasselbe. Die Position der Hundeschule lautet, beides zu tun: impfen und sozialisieren. [src]

Der innere Konflikt zwischen der gebotenen gesundheitlichen Vorsicht und der psychischen Entwicklung des Welpen bleibt somit für den Halter bestehen. Es ist eine Abwägung, bei der dir keine der hier geprüften Quellen die Verantwortung abnimmt. Wo in den untersuchten Texten eine Antwort fehlt, zeigt sich, was du tun kannst: Du musst diesen Weg für deinen Hund individuell in enger Rücksprache mit der Tierarztpraxis finden.

Wie oft muss ein Welpe raus?

Neben der Erlaubnis, ab wann der Welpe das Haus verlassen darf, dominiert im Alltag eine praktische Frage: Wie oft muss das passieren, um den Hund stubenrein zu bekommen? Hier bietet der VDH auf seiner Webseite zur Stubenreinheit konkrete Zahlen an. Diese Zahlen stehen in einem Satz direkt hintereinander, aber sie bergen eine Stolperfalle, wenn man sie nicht exakt liest.

Der VDH schreibt in seinem Ratgeber, dass Welpen im Alter von weniger als zwölf Wochen alle anderthalb bis zwei Stunden raus müssen. Im direkten Anschluss heißt es dort im selben Absatz, dass zwölf bis 16 Wochen alte Welpen drei Stunden ohne Pipimachen aushalten können, und für sechs Monate alte Welpen werden fünf Stunden genannt. [src]

Die beiden Zahlen des VDH – die Vorgabe für die jungen Welpen und die Zeitangaben für die älteren – liegen im Text unmittelbar nebeneinander. Doch sie messen nicht dasselbe. Sie ergeben deshalb auch keine fortlaufende Reihe, aus der man einen linearen Verlauf der Entwicklung ablesen könnte. Wer diese Zahlen als einheitlichen Verlauf liest, kommt zu einem falschen Schluss. Der Satz des VDH ist korrekt, er trägt lediglich zwei unterschiedliche Größen in sich, die man für das Training im Alltag sauber trennen muss.

Der VDH ist ein Hundeverband und keine Behörde: Seine Zeitangaben sind eine Empfehlung. Die einzige Rechtsnorm in diesem Artikel ist die Tierschutz-Hundeverordnung, und die sagt zum Rausgehen nichts. Innerhalb dieser Empfehlung sind zwei Werte auseinanderzuhalten, weil sie zwei verschiedene Dinge messen:

  • Wie oft der Welpe rausgebracht wird: Nach Angabe des VDH müssen unter zwölf Wochen alte Welpen alle anderthalb bis zwei Stunden raus. Das ist die aktive Handlung des Halters. Es geht hierbei darum, wie oft der Mensch die Initiative ergreifen und den Welpen nach draußen bringen muss.
  • Wie lange der Welpe einhalten kann: Die Quelle besagt, dass zwölf bis 16 Wochen alte Welpen drei Stunden aushalten können; bei Welpen im Alter von sechs Monaten sind es fünf Stunden. Dies ist eine andere Größe: Sie beschreibt, was der Körper leisten kann, nicht was der Halter tut. Über das Alleinlassen sagt sie nichts.
  • Wie lange ein Welpe hinter einer geschlossenen Tür bleiben darf: Das ist nicht das Thema dieser Seite, und in den fünf geprüften Texten steht dazu nichts. Wichtig ist hier vor allem, was daraus nicht folgt. Dass ein Welpe drei Stunden einhalten kann, ist keine Erlaubnis, ihn drei Stunden einzusperren: Das eine ist eine körperliche Grenze, das andere wäre eine Entscheidung über sein Alleinsein. Aus dem Schweigen der Quellen wird kein Freibrief.

Um den Rhythmus der Stubenreinheit in den ersten Wochen besser zu strukturieren, helfen zwei Werkzeuge. Der Generator für Welpen-Stubenreinheitspläne baut die Abstände für ein bestimmtes Alter auf, während der Gassi-Rechner etwas über die Länge eines Spaziergangs aussagt. Den Abstand für die ersten Wochen nennt der VDH ohne Einschränkung; er hängt in dem zitierten Satz an keiner Rücksprache. Offen bleibt nicht, wie oft – offen bleibt, wohin.

Wann du mit dem Tierarzt sprechen solltest

Dieser Artikel dient der sachlichen Orientierung über fünf konkrete Texte und verdeutlicht, was in ihnen steht. Er ist keine tierärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlungsempfehlung. Weder der Gesetzgeber in der zitierten Verordnung noch der VDH in seinen Plänen nimmt dir die Entscheidung über das Rausgehen ab. Dass wir dich damit an deine Tierarztpraxis verweisen, ist die Empfehlung dieser Seite und keine Vorschrift aus den fünf Texten – sie steht in keinem von ihnen. Wir empfehlen es trotzdem, weil dort der Gesundheitszustand deines Hundes, der Stand der Immunisierung und der Infektionsdruck vor Ort zusammenkommen, und weil das die drei Dinge sind, die eine allgemeine Seite nicht kennt.

Ein Letztes, und auch das stammt aus keiner der fünf Quellen: Warte nicht auf einen Termin aus irgendeiner Tabelle, wenn dir am Verhalten deines Welpen etwas auffällt. Wirkt er matt, frisst er sein Futter nicht, muss er plötzlich viel häufiger raus als gewohnt oder kommt er gar nicht zur Ruhe, dann ruf in der Praxis an. Was davon gewöhnliche Entwicklung ist und was nicht, kann eine allgemeine Seite nicht auseinanderhalten – eine Untersuchung schon.

Die Übersicht zeigt, was die fünf für diesen Artikel geprüften Stellen sagen und worüber sie ihre Aussage jeweils treffen – wobei keine von ihnen einen Termin fürs Rausgehen nennt.

Quelle und ihre ArtWas dort stehtWorauf sich diese Aussage bezieht
VDH (Hundeverband)Empfehlung des Verbandes: Unter zwölf Wochen alte Welpen müssen alle anderthalb bis zwei Stunden raus.Größe: wie oft rausgegangen wird. Nicht: wie lange der Welpe einhalten kann.
VDH (Hundeverband)Zwölf bis 16 Wochen alte Welpen können drei Stunden ohne Pipimachen aushalten, mit sechs Monaten fünf Stunden.Größe: wie lange der Welpe einhalten kann. Nicht: wie oft rausgegangen wird.
VDH (Hundeverband)Die Ratgeberseite zur Stubenreinheit nennt die Zeichenfolgen „Impf“, „geimpft“ und „Tierarzt“ an keiner Stelle.Die Seite macht die Impfung nicht zur Bedingung. Sie schweigt dazu.
VDH (Hundeverband)Impfplan nach StIKo Vet mit vier Terminen (8. Lebenswoche: Parvovirose, Staupe, Leptospirose; 12. Lebenswoche; 16. Lebenswoche: Parvovirose, Staupe; 15. Lebensmonat).Ein Impfplan. Keine Aussage über das Rausgehen; die Wörter draußen, Spaziergang und Sozialisierung kommen dort nicht vor.
Private Hundeschule in München„Warte nicht, bis dein Welpe vollständig durchgeimpft ist, bevor du mit der Sozialisierung beginnst“, ab der achten, spätestens neunten Lebenswoche.Benannt wird eine tierärztlich geführte Welpengruppe mit Impfpflicht und Hygienekonzept; über die Straße sagt der zitierte Text nichts. Private Schule, kein Verband und keine Behörde.
Private Hundeschule in MünchenVerweis auf eine Studie von Stepita, Bain und Kass (2013, JAAHA) mit 279 Welpen, bei der kein Fall von Parvovirose auftrat.Eine Studie, auf die die Schule verweist. Wir haben sie nicht selbst geprüft.
Tierschutz-Hundeverordnung (Recht)„Ein Welpe darf erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden.“ Satz 2 nennt eine Ausnahme.Die Trennung vom Muttertier. Nicht die Übergabe an den Käufer. Satz 2 kennt eine Ausnahme mit tierärztlicher Bescheinigung.
Destatis (Statistisches Bundesamt)Im Jahr 2022 lag die Eigentumsquote bei 41,9 Prozent, die Wohnfläche je Person bei 55,7 Quadratmetern, je Wohnung bei 96 Quadratmetern.Wohnverhältnisse im Jahr 2022. Keine Aussage darüber, wer einen Garten hat.

Wichtigste Erkenntnis

Wer das Internet nach einer offiziellen Regel durchsucht, ab wann ein Welpe das Haus verlassen darf, wird bei den hier untersuchten Texten feststellen: Keines dieser Dokumente legt einen Termin für den Start ins Freie fest. Der VDH liefert einen Impfplan mit vier Terminen ab der 8. Lebenswoche. In seinem Ratgeber zur Stubenreinheit nennt der Verband in einem Satz zwei verschiedene Größen: wie oft ein Welpe unter zwölf Wochen rausmuss (alle anderthalb bis zwei Stunden) und wie lange ein Welpe von zwölf bis 16 Wochen einhalten kann (drei Stunden). Diese beiden Zahlen ergeben jedoch keine aufeinanderfolgende Reihe und sie werden an keiner Stelle mit einer Erlaubnis oder einem Verbot für den Spaziergang auf der Straße verbunden. Die Tierschutz-Hundeverordnung regelt lediglich, dass ein Welpe im Regelfall erst in einem Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden darf – dies betrifft die Trennung vom Muttertier, nicht die Übergabe an den Käufer. Die Statistik von Destatis aus dem Jahr 2022 zeigt eine Eigentumsquote von 41,9 Prozent, beantwortet aber nicht, wer tatsächlich über einen sicheren Garten verfügt. Die einzige Stimme der geprüften Quellen, die zum frühen Beginn der Sozialisierung rät, ist eine private Hundeschule aus München – und was sie als Rahmen dafür benennt, ist der Besuch einer tierärztlich geführten Welpengruppe. Über die Straße sagt der zitierte Text nichts. Da es keine pauschale Freigabe gibt, bleibt nur ein verlässlicher Weg: Frag deinen Tierarzt, der deinen Welpen und das Infektionsrisiko vor Ort genau kennt.

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Verwandte Ratgeber

Häufig gestellte Fragen

Darf mein Welpe vor der vollständigen Impfung nach draußen?

In den fünf Quellen, die dieser Artikel geprüft hat, gibt es keine Vorgabe, die diese Frage pauschal mit Ja oder Nein beantwortet. Der VDH veröffentlicht einen Impfplan mit Terminen in der 8., 12., 16. Lebenswoche und im 15. Lebensmonat, leitet daraus aber keinen Zeitpunkt für den ersten Spaziergang ab. Eine private Hundeschule aus München rät dazu, nicht auf den Abschluss der Impfungen zu warten, benennt als Rahmen dafür aber den Besuch einer tierärztlich geführten Welpengruppe mit Impfpflicht und Hygienekonzept. Über den Bürgersteig steht in dem zitierten Text nichts. Ob und wo dein Welpe vorab nach draußen darf, besprichst du deshalb am besten mit deinem Tierarzt, der die Risiken an deinem Wohnort kennt.

Wie oft muss ich mit meinem Welpen zum Lösen raus?

Beim Thema Stubenreinheit muss man zwei verschiedene Größen im Text des VDH voneinander trennen, auch wenn sie dort in einem Satz nebeneinanderstehen. Geht es darum, wie oft man den Welpen nach draußen bringen muss, nennt der Verband eine klare Zahl: Welpen im Alter von weniger als zwölf Wochen müssen nach seiner Angabe alle anderthalb bis zwei Stunden raus. Der VDH ist dabei ein Verband, keine Behörde – das ist eine Empfehlung, keine Vorschrift. Geht es jedoch darum, wie lange ein Hund den Urin halten kann, gelten andere Werte: Zwölf bis 16 Wochen alte Welpen können laut VDH drei Stunden ohne Pipimachen aushalten, bei sechs Monate alten Hunden sind es fünf Stunden. Diese zweite Größe beschreibt die körperliche Entwicklung der Blasenkontrolle und nicht den Rhythmus, in dem der Halter aktiv werden muss, um das Lösen im Haus zu verhindern.

Darf ein Welpe vor der achten Woche abgegeben werden?

Die Verordnung beantwortet die Frage nach der Abgabe nicht – sie regelt die Trennung vom Muttertier. Laut § 2 Absatz 4 darf ein Welpe erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Satz 2 der Norm nennt eine Ausnahme, die jedoch eine tierärztliche Bescheinigung voraussetzt. Ein Welpe kann zwar vom Muttertier getrennt werden, aber danach noch weitere Wochen beim Züchter verbringen. Die Norm legt keinen Zeitpunkt fest, an dem der Hund in sein neues Zuhause wechselt.

Darf ich den Welpen zum Lösen in den eigenen Garten lassen?

Ein eigener Garten wird oft als sichere Alternative zur Straße angesehen. Allerdings steht in den geprüften Texten nichts darüber, ob das Lösen im Garten vor dem Abschluss der Grundimmunisierung sicher ist. Die untersuchte Statistik des Statistischen Bundesamtes weist für das Jahr 2022 eine Eigentumsquote von 41,9 Prozent aus, misst damit jedoch nur das Wohneigentum und erfasst nicht, wie viele Haushalte über einen Garten verfügen. Da die Dokumente hierzu schweigen, solltest du die Nutzung des eigenen Gartens mit deinem Tierarzt absprechen.

Ersetzt dieser Artikel den Besuch beim Tierarzt?

Nein. yes.pet bietet nur allgemeine Informationen an und ist kein Ersatz für professionelle tierärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultiere immer deinen Tierarzt. Dieser Artikel gibt wieder, was fünf konkrete deutsche Texte zum Thema sagen und wo sie schweigen. Aus diesem Schweigen lässt sich keine pauschale Erlaubnis für das Rausgehen ableiten, und die Faktoren, auf die es bei deinem Welpen ankommt – Gesundheitszustand, Impfstatus, Infektionsdruck vor Ort –, kann keine allgemeine Seite erfassen.

Quellen

  1. Stubenreinheit (öffnet in neuem Tab) — VDH – Verband für das Deutsche Hundewesen, Welpenratgeber
  2. Impfungen (öffnet in neuem Tab) — VDH – Verband für das Deutsche Hundewesen, Ratgeber Welpengesundheit
  3. Impfung oder Welpenspiel? (öffnet in neuem Tab) — Private Hundeschule in München (Autorin des Artikels: Dr. Astrid Schubert)
  4. Wohnen – Zahlen aus dem Mikrozensus 2022 (öffnet in neuem Tab) — Statistisches Bundesamt (Destatis)
  5. Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHuV), § 2 Absatz 4 – zuletzt geändert durch Artikel 1 der Verordnung vom 25.11.2021 (öffnet in neuem Tab) — Bundesministerium der Justiz / gesetze-im-internet.de